freiwillig sex mit onkel – MY ASS!

Liebe Onkel dieser (Internet)-Welt,
Ich bin enttäuscht von Euch!
Ich hatte mal den, wie ich fand, skurril-lustigen Suchbegriff „freiwillig sex mit onkel“ als Aufhänger zu einem Artikel über die Inzest-Urteile des Verfassungsgerichts und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte genutzt. In dem Artikel geht es in Wirklichkeit – nach der humoristisch gemeinten Einleitung – darum, dass ich diese Urteile misslungen finde. Das Deutsche Strafrecht sanktioniert einvernehmlichen Geschlechtsverkehr zwischen erwachsenen Geschwistern und es gibt schlicht keine guten Argumente dafür. Da ist es schon etwas verstörend, dass unseren Verfassungsrichtern (bis auf den einzigen Vernünftigen, der das Minderheitenvotum schrieb), das gar nicht auffällt.
Binnen kurzem avancierte mein Eintrag zum mit Abstand meistgeklicktesten dieses Blogs. Leider jedoch, das lässt sich aus den Suchbegriffen schließen, kommt es den Lesenden nicht auf meine klugen Ausführungen zum Verfassungsgerichtsurteil an. Stattdessen besteht ihr schnödes Anliegen darin, herauszubekommmen, ob sie sich an ihren Nichten vergreifen können. „Onkel Nichte poppen.com“ und Ähnliches führt Euch zu mir, Ihr perversen Arschlöcher. Ich werde den Artikel daher nun löschen. Ich schreibe ausdrücklich nicht für Leute, die nach „voll behaartes inzest vergnügen“ suchen. Falls ich jemals selber derartige Suchbegriffe eingab, ist das natürlich was anderes (Liebe Kinder: Bitte niemals nach Bildern von „Mikropenissen“ googeln, die Alpträume kriegt man für lange Zeit nicht weg).
Außerdem möchte ich eindringlich appellieren: Liebe Onkel, Finger weg von Euren Nichten! Liebe Nichten, nehmt Euch vor Euren Onkeln in acht! (Auch wenn ihr meint, in ihn verliebt zu sein, so wie ich mit 10 in meinen Lieblingskonkel, der aber entweder kein Internet oder einfach nur einen guten Charakter hatte) Dass es strafrechtlich REIN THEORETISCH erlaubt ist, dass erwachsene Verwandte sich körperlich näher kommen, bedeutet NICHT, dass es in den meisten Fällen sinnvoll ist. IM GEGENTEIL! Zwischen Onkeln und Nichten bestehen in der Regel ungleiche Machtverhältnisse, einvernehmlichen Sex gibt es allerhöchstens, wenn überhaupt, ganz ganz selten. Redet Euch nicht ein, dass die Nichten es doch auch wollen, sagt nicht: „Onkel Maike hat einvernehmlichen Sex zwischen mir und Leonie erlaubt.“ Die ganz große Mehrheit von Onkel-Nichten-Sex erfüllt Straftatbestände (Nein, Ihr seid nicht die Ausnahme). Ihr denkt vielleicht, Ihr werdet nie entdeckt werden, seid Euch aber nicht zu sicher, Onkel, vielleicht erwischt Euch jemand und ihr kommt ins Gefängnis. Ich bereite hierfür gerade den Artikel „Freiwillig Sex mit Zellennachbarn“ vor (erlaubt, natürlich, und „nein“ bedeutet „ja“). Liebe Onkel, und andere Menschen, die sich für Sex zwischen Familienmitgliedern interessieren, zieht andere Optionen in Betracht. Nicht den ganzen Tag nur Pornosurfen, auch mal Duschen. Legt ein gutes Benehmen an den Tag und wagt Euch im Wege respektvoller Kommunikation an gleichaltrige Damen heran. Das kann unglaublich viel Spaß machen oder geht zur Not in den Puff (nur erwachsene Frauen, keine Zwangsprostituierten und immer mit Kondom – meine Güte, man muss Euch aber auch alles sagen!), aber lasst die Nichten und Neffen in Ruhe! Ach, und um das Trauerspiel komplett zu machen, den besseren Artikel über Inzest-Rechtsprechung (lest ihn!) hat sowieso Muriel Silberstreif, und zwar hier, geschrieben. Ich glaub, ich geh in Rente.