Deutschlands Beste?

Mein lieber Scholli, ist das bescheuert. Das ZDF hat heute und gestern erst die besten 50 deutschen Männer und dann die 50 besten deutschen Frauen auserkoren. Ungemein bescheuert. Nur erreicht von Leuten, die so doof sind, sich das anzugucken. Wie ich. Na, dann passt es ja wieder. Auf Platz fünf: Helene Fischer. Ich glaube es hackt! Da fallen mir aber in einer Sekunde hundert Frauen ein, die besser sind als diese Cyborg-Schlagerelse, zum Beispiel: Juliane, Monika, Neffe 1falt, the notorious J.E.N., nicht zuletzt der befreundete Onkel (als Mann sozialisiert, aber definitiv post gender) oder auch meine drei famosen Skatschwestern. Vielleicht sollte Fernsehgucken oder zumindest das ZDF verboten werden.

Frankreicher und Österzosen

Der befreundete Onkel hat gestern beim Fußballgucken ein Spiel erfunden. Es heißt (working title): „Sich über die extrem uneinheitlichen Bezeichnungen von Ländern und deren Bewohnern in der deutschen Sprache lustig machen“ (wie gesagt, working title). Das Spiel als solches ist dafür schon ausgereift und geht ganz einfach: Man nehme beliebige Ländernamen, die die gleiche Struktur aufweisen, z. B. Frankreich/Österreich, Deutschland/Schottland, Serbien/Kolumbien und leite die jeweiligen Bezeichnungen für die Staatsangehörigen verkehrt herum ab: z. B.: Frankreicherin/Österzösin, Deutschländer/Schotter, Serbianer/Kolumbe oder auch Chinenser/Palästinese. Über das Resultat kann dann, zumindest von Leuten, die so einen Pennälerhumor haben, wie der befreundete Onkel und ich, gelacht werden. Die deutsche Sprache benimmt sich hier wirklich außerordentlich unregelmäßig, man möchte das nicht als Erwachsene lernen müssen. Arme Holle oder Spanen, die das versuchen. Apropos arme Spanen: Ist Euch auch aufgefallen, wie sehr die Länderschicksale bei der Fußballweltmeisterschaft denen in der EU gleichen? Die meisten kacken ab, nur Deutschland startet durch und droht alle niederzuwalzen, was niemandem gefällt, außer den Deutschen? Manche dürfen trotz steten Bemühens und gutem Potential gar nicht erst mitmachen (Türken). Einige treten vorzeitig aus (Engländer). Andere müssen den finanziellen und spielerischen Offenbarungseid leisten (Spaniener) oder halten sich so gerade noch im Geschehen, pfeifen aber in höchst prekärer Situation monetär und physisch aus dem letzten Loch (Italen). Naja, damit der Vergleich jetzt hunderprozentig passt, müsste der Trainer der frankreichischen Nationalelf sich bei einer außerehelichen Affaire erwischen lassen und der Spielerrat von Rechtsradikalen übernommen werden. Auch scheint die Regierung des Teams der Belgen relativ stabil und die Mannschaft nicht akut davon bedroht, sich in einen französisch- und einen hollsprachigen Teil aufzuspalten. Kann ja noch kommen, ansonsten: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Der Zauberberg – Die ersten hundert Seiten

Bloggen für dummies 101: don’t drink and blog, wissen alle. Der befreundete Onkel mahnte mich noch zur Zurückhaltung. Ich aber, euphorisiert von Bier und Sex-Hexe, schlug die Warnung in den Wind und kündigte eine Blogreihe zum Zauberberg an. Optimistisch wie ich war, dachte ich, also da werden sich doch interessante Zitate und lustige Bezüge zur Gegenwart zu Haufe finden lassen. Die werden mich von selber anfliegen, ich muss sie dann nur noch aufschreiben und mit Sex-Hexen anreichern.
Vielleicht finde ich eine Verbindung zwischen Zauberberg und GroKo, Zauberberg und Wetten dass..? oder Zauberberg und Pep Guardiola.
Hier eine erste Idee: Wie würde Thomas Mann Sigmar Gabriel beschreiben? Ich könnte daraus sogar einen Wettbewerb für meine drei Lesenden machen – Es gibt individuell zugeschnittene Preise. Ein erster Antwortsvorschlag zur Orientierung: „Sigmar Gabriel soll ich beschreiben?“, tönte er fragend mit sonorer, leicht raspelnd-rauher Stimme, deren Timbre an das Rauschen der Blätter im Koniferen-Hain gemahnte, während der Kalfaktor eine niederländisch-guineeische Chocolade kredenzte, zauselte mit indigniertem Gestus an seinem wohlgeformt-ziselisierten Schnurrbart und wandte sich empört ab.

Euer Onkel Maike