Bologna

Morgen muss ich wieder nach Hause fahren und ich bin darüber recht traurig. Aber ich möchte mich nicht beschweren. Man sollte heutzutage ja dankbar sein, überhaupt noch irgendwas zu fühlen (neben Überforderung und Hitze).

Über Bologna war ich überrascht. Nie hätte ich gedacht, dass es so schön ist. Ja, es ist alt und groß und hat diese vielen Arkaden- und Säulengänge. Aber, dass es so groß und alt und die Arkaden mit ihren wunderbaren marmorgefließten Böden sich so meilenweit und kreuz und quer durch die so schöne Stadt ziehen würden, das hatte ich nicht erwartet. Bologna ist voller wunderbarer Dinge, zum Beispiel hat es nicht nur einen, sondern sogar zwei schiefe Türme. Sie heißen Asinelli und Garisenda. Viele Leute reisen hier her, aber Bologna ist zu groß als das Tourist*innen komplett das Stadtbild prägen würden. Genauso treiben sich hier Studenten und andere Arten von italienischen Leuten herum, fröhlich kakelnd und gut angezogen (sorry für die Stereotype, aber es ist ja so). Bologna ist reich, prächtig und einzigartig, gerät aber an keiner Stelle in Kitschgefahr (Sorry, Vendig, da kannst Du noch was lernen). Farblich vorherrschend sind Rottöne: Karminrot, Ziegelrot, Ocker, Rosa, Altrosa, helles Orange, dunkles Orange aber auch nicht wenig selbstbewusstes knalliges Orange. Wunderbar. Soviel leuchtendes Orange muss man tragen können und wollen. Bologna kann. Hier sind sogar der Dom und der Bahnhof schön. Beim Bau des Doms ist ihnen das Geld ausgegangen, deswegen sind seine Wände relativ kahl, was aber den Boden umso besser zu Geltung bringt: Ein abstraktes Muster von Mosaiken karminroter Honigwaben mit orangefarbener Umrandung, fantastisch.

Mrs. Columbo hat derweil zu meiner Aufheiterung das schönste Wort aus den heutigen News herausgesucht und mir zukommen lassen: „Die russische Ostseeexklave Kaliningrad“. Ostseeexklave, gutes Wort, mir tun die Journalist*innen leid, die das in einem seriös wirken sollenden Artikel unterbringen müssen. Währenddessen ich mir eine Geschichte überlegen kann über einen Ostsexsklaven aus der Ostseeexklave (diesen Blog liest außer meiner Mutter niemand, also kann ich mir das erlauben).

3 Kommentare zu “Bologna

  1. Liebe Maike, Du irrst, außer Deiner Mutter lese auch ich mit großem Interesse Deine Brrichte und finde diese sehr lesenswert. Da ich oft in Italien unterwegs war, kann ich einiges erkennen. Leider war ich allerdings nie in Bologna

    • Ach mein lieber Klaus, komischerweise hat mir gestern mein Freund ein Foto geschickt, wo Du drauf bist und wohl und munter ein Bier trinkst. Das hat mich gefreut. Nun höre ich schon wieder von Dir. Das ist wunderbar!

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