12.12.2019

Die Geschenke sind, an objektiven Maßstäben gemessen, unterdurchschnittlich: Ein Bademantel sowie ein dystopischer Roman (von der Mutter). Ebenso der Zustand der Wohnung, die aussieht als sei etwas Ungünstiges in ihr explodiert und dann verschimmelt. Keinen besseren Eindruck machen die Bewohner, Mrs. Columbo und ich, beide krank.  Optisch an zwei schlecht gekämmte aber zu gut gefütterte Trolle gemahnend, seit zwei bzw. einer Woche von einer hartnäckigen Bronchitis geplagt, schleppen wir uns vom Sofa ins Bett und wieder zurück. Was soll die Zukunft noch bringen? Wir finden Trost in der Einsicht, dass wir zumindest keine Angst vorm hohen Alter haben müssen. An unserem Leben wird sich im Vergleich zu jetzt einfach gar nichts verändern.

Wir beschließen, eine Expedition zum Bioladen auf der Venloer Straße zu riskieren, da ich gerne Kuchen hätte. Wir schlurfen los, schlagen uns gut durch und unterhalten uns nett. Erste und einzige Verstimmungen treten auf, als wir anfangen, über die künstliche Intelligenz zu diskutieren, die gerade die Fragmente von Beethovens Zehnter zu einer fertigen Sinfonie komponiert: „DAS HABE ICH SO NICHT GESAGT“ (hat er wohl). Re-Verbrüderung über unsere Einigkeit über schlecht gewählte Produktnamen im Biomarkt („Vegane Slices vom Rauch“, also bitte). Wir kaufen erfolgreich Kuchen, durchleben kleinere Machtkämpfe während des anschließenden Abstechers zum Rewe und kehren erschöpft nach Haus zurück. Bis jetzt ist es ein schöner Geburtstag.

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