Fudge Ripple Pouchhappy

Gestern kam ich betrunken aus der Kneipe nach Hause und, wie es manchmal so ist im Suff, schienen mir auf einmal Dinge wichtig, die sonst auf der Prioritätenliste nicht ganz oben stehen. Plötzlich wollte ich unbedingt dringend wissen, wie der Name des Protagonisten meines Lieblings-Kinderbuchs „Wer hat den Atlantik geklaut“, Kuno Kräusel Wampenfroh, wohl im amerikanischen Original lauten möge.

Zum Hintergrund: In „Wer hat den Atlantik geklaut?“ von Louis Phillips geht es um den „Klub der dicken Männer von Trenton, New Jersey“.  Trenton, New Jersey liegt am Meer und die dicken Männer vom Klub der dicken Männer sind gerne am Strand und gehen schwimmen. Leider machen sich dort aber alle über die dicken Männer und ihre Plautzen lustig. Die dicken Männer, unter Führung ihres Vorsitzenden, dem bereits erwähnten Kuno Kräusel Wampenfroh, beschließen, sich das nicht gefallen lassen zu wollen und Rache zu üben.

Eines Nachts schleichen sie, ausgerüstet mit Strohhalmen, Eimern und Einmachgläsern zum Strand, saugen das Atlantikwasser in ihre Behältnisse und transportieren es in ihr Klubhaus. Dort, in der Abgeschiedenheit ihres Kellers, haben sie dann das Meer für sich und können es frei von Erniedrigungen genießen.

Das ist gut für die Männer vom Klub der dicken Männer Trenton, New Jersey, aber blöd für alle anderen. Ich habe vergessen, wie das Buch genau weiter geht. Am Ende bringen die Männer den Atlantik zurück. Trotz dieser Wissenslücken erinnere ich mich gerne an die Geschichte. Und ab und zu frage ich mich, wie Kuno Kräusel Wampenfroh wohl auf Amerikanisch heißen mag (Ich wollte auch immer wissen, wie Douglas Adams‘ „gefräßiger Plapperkäfer von Traal“ wohl im Original bezeichnet wird. Das Ergebnis war mit mit „the ravenous bugblatter beast of traal“ eher enttäuschend.).

Lange Rede, kurzer Sinn, heute, wieder ausgenüchtert und ernst fiel mir mein gestriges Unterfangen wieder ein und ich berichte Mrs. Columbo davon. Sie findet die Geschichte nicht mal halb so lustig wie ich und mir fällt auf, dass ich gestern zwar herausgefunden haben mag oder auch nicht, wie Kuno Kräusel Wampenfroh auf Amerikanisch heißt (was nicht so einfach ist, denn „Wer hat den Atlantik geklaut?“ ist kein besonders berühmtes Kinderbuch – zu Unrecht), es jetzt jedenfalls aber schon wieder vergessen habe. Ich google aufs Neue, finde eine Amazon-Rezension und muss nun erstmal nachdenken, ob ich mit „Fudge Ripple Pouchhappy“ so richtig zufrieden bin. (Fudge = Karamellbonbon, Ripple = Wellenförmig, Pouch = Beutel/Sack; Fudge kauft Mrs. Columbo manchmal, den Rest musste ich nachschlagen).

fudge ripple pouch happy

Kindheit: In der Regel mehr als anstrengend, aber es gibt zum Trost gute Bücher.

2 Kommentare zu “Fudge Ripple Pouchhappy

  1. Muss man wahrscheinlich in der Sprache aufgewachsen sein, um solche Namen lustig zu finden. Aber sehr interessante Recherche. Was zu der Frage führt: sollten literarische Übersetzer für ihren Beruf viel trinken…?

    • ja, das ist sone sache. saufen führt normalerweise zu nichts. aber nicht-alkohol(sonstige drogen) affine leute sind in der regel gefühlsarme soziopathen. jor, für so mittelinformierte leute isses schwer „ravenous bugblatter“ ist nicht so gut wie „gefräßiger plapperkäfer“ da leg ich mich fest!

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