It’s the climate catastrophe, Babe!

Heute habe ich an einer „Free Walking Tour“ teilgenommen. Das Prinzip kannte ich schon. Man meldet sich im Internet an und macht dann bei einer Stadtführung mit. „Free“, im Sinne von billig oder gar umsonst ist die Angelegenheit allerdings nicht. Bezahlt wird nur nicht am Anfang, sondern nach Abschluss der Dienstleistung. Außerdem sind die Preise nicht festgelegt, die Teilnehmenden dürfen am Ende selbst entscheiden, wie viel es ihnen wert war. Von Veranstaltendenseite ist gewünscht, dass zumindest 10 Euro gezahlt werden mögen.

Mir hat die Tour sehr gut gefallen. Unser Führer, ein kumpeliger Einheimischer namens Graeme, führte uns an schöne Edinburgher Ecken und vermittelte Wissenswertes über die Stadt in Form von unterhaltsamen Anekdoten. In Themenkreisen wie: Schottische Literatur, Bobby der treue Terrier oder mittelelalterliche Hygiene kann ich von nun an mitreden.

Außerdem glaube ich im Laufe der Führung dem Geheimnis der Unverständlichkeit des schottischen Akzents ein wenig auf die Spur gekommen zu sein: Schottische Leute sprechen den Buchstaben „I“ wie „Ä“ aus. Das ist hoch irritierend, der Rest eigentlich normal. Edinburgh habe drei „Brädges“ erklärt Graeme zu Anfang der Tour. Hm, was mögen wohl Brädges sein, frage ich mich und denke es bedeute vielleicht Stadtbezirke („Borroughs“) oder ähnliches. Aus dem Kontext – Brädges sind Einrichtungen, die es dem Menschen ermöglichen, andere Einrichtungen von oberhalb zu queren – ergibt sich aber, dass es Brücken sind, „Bridges“.

Ich glaube, dass Graeme die Erfolgsquote für die Pointen seiner Witze verdoppeln könnte, wenn er sich entschlösse, für die Dauer seiner Stadtführungen alle Is nicht wie Äs auszusprechen. (Wir hätten an der Stelle, wo er erklärt hat, wo der Ausdruck „shätfäce“ herkommt, bestimmt mehr gelacht, wenn wir verstanden hätten, was damit gemeint war.) Aber so hat sein ganzer Vortrag natürlich mehr schottisches Flair. Er ist insgesamt ein netter Kerl. Außerdem ist ihm sehr warm. Er schwitzt und äußert Unzufriedenheit. Ziemlich heißer Augusttag, denke auch ich. Und weil Graeme so freundlich wirkt, traue ich mich zu fragen, ob das normales Edinburgher Sommerwetter sei oder schon der Klimawandel. „It’s the climate catastrophe, Babe.“, sagt Graeme und ergänzt, dass letzten Donnerstag der wärmste Edinburgher Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen sei.

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Edinborough Castle: So richtig hübsch doch erst durch den grasbewachsenen Hügel an seinem Fuße. Schade, dass die schöne Wiese demnächst einer Wüste weichen wird.

2 Kommentare zu “It’s the climate catastrophe, Babe!

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