Ein schöner Tag

Liebes Tagebuch,

heute war ein schöner Tag. Das Wetter war nicht zu kalt aber auch noch nicht zu warm. Mrs. Columbo und ich haben draußen gefrühstückt und sind dann in die Kölner Innenstadt auf eine Demonstration gegen eine rechte Veranstaltung gegangen. Ich gehe nicht gerne auf Demonstrationen. Dieses Rumstehen finde ich anstrengend, das Rumgeschreie beängstigend und ich fürchte, dass gegen Rechte zu demonstrieren auch nicht so sehr gegen Rechte hilft. Mrs Columbo findet jedoch, dass gegen Rechte demonstrieren ein unverzichtbares Element im Kampf gegen die Rechte ist und sie geht deshalb oft auf Demos. Manchmal komme ich mit.

So auch heute und es war sehr schön. Das lag an der Location. Sowohl die rechte Kundgebung als auch die linke Gegendemonstration waren auf dem Alter Markt, einem der meist frequentiertesten Orte der Kölner Innenstadt, angesetzt. So mischten sich in die durch Eisengitter voneinander getrennten Veranstaltungen, Cafébesucherinnen, Touristen, Rikschas, Hochzeitsgesellschaften (der Alter Markt liegt hinter dem Rathaus), Junggesellenabschiede und anderes Flaniervolk, was ein fröhliches Durcheinander ergab.

Der guten Stimmung war auch zuträglich, dass an der rechten Veranstaltung nur ungefähr hundert Leute teilnahmen, während die Linken ungefähr das Vierfache aufbieten konnten. Ich schlenderte vergnügt auf dem Alter Markt hin und her. Mrs. Columbo betätigte sich derweil politisch. Eine von ihren Superkräften besteht darin, sich in einer an durchgeknallten Vögeln sowieso nie armen linken Politveranstaltung den allerverücktesten auszusuchen und mit ihm in eine Diskussion zu geraten. Heute traf sie auf einen Holocaustleugner, der wohl sogar den Leuten von der rechten Veranstaltung zu krass und deswegen auf der linken Demo gelandet war.

In die Versammlungen hineingemischt standen viele kleine Grüppchen von Polizist*innen in Schutzmontur. Ein Passant blieb stehen und sprach ein Lob aus: „Sie tun hier wirklich einen anstrengenden Job für die Gesellschaft.“, biederte er sich an. Die Polizisten bedankten sich. Bei so viel konstruktiver Verständigung zwischen Volk und Schutzmacht wollte ich nicht zurückstehen und fragte den Beamten neben mir, ob er gerne eine Handgranate hätte: „Hä, wieso?“, antwortete der Mann irritiert. „Naja, die Polizei in Bayern bekommt doch jetzt Handgranaten, vielleicht würde das Ihren Arbeitsalltag auch erleichtern?“, erklärte ich. „Nee, brauche ich nicht.“, sagte der Polizist indigniert. „Sehr gut.“, sagte Mrs. Columbo.

Danach wanderten wir zusammen mit einem von Mrs. Columbos alten Genossen, den wir auf der Demo getroffen hatten, zur gut besuchten Geburtstagsfeier des Autonomen Zentrums. Neben schönen anderen Aktivitätsangeboten, wie zum Beispiel einem „Hola Hoop-Space“, gab es auch die Möglichkeit, sich mit einer selbstgebastelten Schablone im Siebdruckverfahren ein eigenes T-Shirt zu gestalten. „Ich bin immer froh, wenn es auf so Veranstaltungen ein Bastelangebot für Maike gibt.“, sagte Mrs. Columbo zu ihrem Genossen. Ich lasse das mal so stehen und verkünde stolz, dass es jetzt erste Onkel Maike Merch gibt: Ich habe zwei tolle Euli T-Shirts hergestellt.

tshirt

 

 

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s