Dialog mit Jens Spahn

(Quelle: FAZ, indirekte Rede teilweise als direkte Rede wiedergegeben.)

Jens Spahn: „Schon der Westfalle, der ins Rheinland kommt, weiß ja, dass Vielfalt bereichern kann. Es ist aber nicht alles bereichernd, Zwangsheirat und Ehrenmord sind es nicht.“

Irgendeine nicht rechtspopulistische Person (I): „Und niemand, aber auch niemand, außer denjenigen, die Zwangsheirat und Ehrenmord aktiv betreiben, behauptet das.“

Jens Spahn: „Da kann man doch nicht immer sagen, das ist eine andere Kultur, dafür müssen wir Verständnis haben. Das müssen wir nicht.“

I: „Und deswegen hat das ja auch noch nie jemand gesagt.“

Jens Spahn:  „Das ist der Unterschied zwischen Leitkultur und Multikultur.“

I:  „Nein.“

Jens Spahn: „Das Denken der Achtundsechziger und Multikulti sind durch, das wollen die Menschen nicht mehr haben.“

I: „Was meinst Du denn mit Denken der Achtundsechziger, Jens Spahn? Sowas wie die Forderung nach Gleichberechtigung der Frauen oder von homosexuellen Menschen? Die Idee, dass die bundesdeutschen Eliten auch ganz gut ohne Altnazis auskommen könnten? Dass die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit eine sinnvolle Sache wäre, der Vietnamkrieg aber eher nicht?“

Jens Spahn (von hier an fiktiv):  „Ich möchte wiederholen: Wir brauchen ein Burkaverbot, weil sonst, die Frauen beim Autofahren bei der Geschwindigkeitsüberschreitung und so. Außerdem fordere ich ein Verbot von Krokodilfleisch in Pferdelasagne und von spanischsprachigen Kellnern, das wollen die Achtundsechziger nicht. Und wir brauchen wieder mehr NSDAP-Mitglieder im Richteramt, alles andere ist doch Multikulti, äh nein, so meinte ich das nicht, außerdem, wie ginge das, da gibt es ja gewissermaßen einen altersbedingten Fachkräftemangel. Fachkräftemangel, wir brauchen Zuwanderung, aber nur von Fachkräften und nur von Fachkräften ohne Burkas. Und keine spanischen Kellner, ach, nee, englische Kellner, ich meinte englische Kellner, aber auch die müssen nackig duschen im Fitness-Studio, sogar, wenn das den Achtundsechzigern möglicherweise gefällt, da müssen wir durch, spanisch, spanische Gedichte, die sind wiederum gut. Noch Fragen?“

I: „Jens Spahn, Was hat dich bloß so ruiniert?“

 

ruine

 

 

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3 Kommentare zu “Dialog mit Jens Spahn

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