Onkel Maike wird 200

lieber onkel maike, willkommen im internet.“ (Hildegard, 01.12.2013)

Liebe Nichten und Neffen,

hier gibt es schon den zweiten runden Geburtstag zu feiern: Dies ist mein zweihundertster Blogeintrag. Wenn ich mir den Eintrag zum einhundertsten Jubiläum noch einmal ansehe, dann scheint mir „Onkel Maike“  etwas ernster und erwachsener geworden zu sein: Von Thomas Mann-Imitierwettbewerben, meiner ersten Karikatur, Pimmelzeichnungen, wütenden Beschimpfungen inzest-affiner Onkel und ähnlichem übermütigen Quatsch war damals zu lesen.
Im Laufe der zweiten Hundert Einträge wurde ich ruhiger, widmete mich der Günter-Jauch-Bekämpfung sowie der Yannis Varoufakis-Verehrung und beschäftigte mich mit griechischer Volkswirtschaft. (Wovon ich zugegebenermaßen keine Ahnung habe, was ja aber Hans-Werner Sinn auch nicht abhält, sich öffentlich zum Thema zu äußern). Wie es beim Erwachsen-Werden häufiger vorkommt, begegnete ich einem echten Pimmel, verewigte dies in der Reportage „Der Penis des Saunameisters“ und mir wuchs ein Barthaar. Dann wurde ich, gewissermaßen vorzeitig alternd, krank und das Blog wechselte unversehens das Format von „Maike schreibt über Politik, Pimmel und persönliche Schnurren“ zu: „Arme Frau berichtet von ihrem Schicksal, behält aber den Humor„.

torte

Außerdem veröffentlichte ich bei Muriel meinen ersten Gastbeitrag. Vergnügt stelle ich in dem Zusammenhang fest, dass sich eine Sache nicht geändert hat: Immer wieder gerate ich in Streit mit Muriel und kündige ihm die Internet-Freundschaft, weil er garstig zu mir ist (oder sagen wir: er etwas arrogant ist und ich reichlich überempfindlich bin). Erfahrungsgemäß kommt aber irgendwann der Punkt, wo ich alle anderen Menschen im Internet noch gemeiner finde als Muriel (ich sage nur: „Stefan Niggemeier„) und mir nichts übrig bleibt, als die Freundschaft wiederzubeleben (Nein, Muriel, Dein Buch möchte ich trotzdem nicht kaufen).

Außerdem professionalisierte und erweiterte ich mein Social Media-Portfolio oder einfacher gesagt: Ich trat Twitter bei. Auch gleich geblieben ist die qualitativ hohe Anzahl der Lesenden und ich schloss zwei neue Internet-Freundschaften: Tikerscherk aus Kreuzberg und Alice Wunder vom Drogenblog.
Manchmal frage ich mich, ob es gut war, meiner Mutter  (und die dann Onkel Heinrich) vom Blog zu erzählen, aber dem Vernehmen nach tragen die alles, was ich schreibe, mit Fassung.

Viele Grüße

Euer Onkel Maike

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15 Kommentare zu “Onkel Maike wird 200

  1. Frag mich nicht, wie ich Dich entdeckt habe, aber es war sowas wie Liebe auf den ersten Blick.
    Weil: ganz gleich, ob Du über Essen, Katzen, Politik, das Kranksein oder Bademeisterpenisse schreibst, Du tust es auf eine unverwechselbare und kluge und selbstironische und überaus lustige Weise, dass ich hier immer immer sehr gerne vorbeischaue.

    Bei Dir liest auch Familie mit? Und das macht Dir gar nichts aus?
    Bei mir sind es jetzt Tanten, Nichten und Cousins, die mitlesen.
    Mich stört das. Aber um mich geht´s ja gar nicht.

    Herzlichen Glückwunsch zum 200. Beitrag, lieber Onkel!

    • Vielen freundlichen Dank. „Unverwechselbar“ ist ja das allerbeste Kompliment 🙂 Meine Familie ist Kummer gewohnt und ich auch, so gesehen alles gut.
      Ich denke, dass ich halt nie so ganz offen bin, nicht zu mir selber und nicht zu anderen, deswegen können das auch alle lesen. Vielleicht bist Du einfach etwas persönlicher?

  2. Ich wäre bestimmt oft (noch) persönlicher, wenn nur fremdes Volk bei mir lesen würde (dieses Eingeständnis liest jetzt höchstwahrscheinlich kein bekanntes Wesen, wenn doch, könnte das zu Rückfragen führen 😉)
    Glückwunsch zum 200. ☺

    • Na, dann drück ich mal die Daumen, dass da keine Rückfragen kommen 🙂
      Ich fürchte, dass ich halt auch ein ganz bisschen exhibitionistisch bin – zum beispiel finde ich es schon ein bissi spannend, dass ich nie so genau weiß, wer jetzt was liest…

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