Rückenyoga, II

Beim Rückenyoga lassen sich phänotypisch zwei Sorten Menschen unterscheiden. Gruppe Eins: plumpe Wracks, die aussehen wie eine Mischung aus Sams, Pumuckl und Karlsson vom Dach (ich) und Gruppe Zwei: junge Frauen, die aussehen wie elfengleiche Topmodels (alle anderen).

Die Mitglieder von Gruppe Zwei sind geeignet, auch eingefleischteste heterosexuelle Damen dazu anzuregen, ihre sexuelle Orientierung gründlich zu hinterfragen. Entweder Yoga macht hübsch oder es gehen nur hübsche Leute (und ich) zum Yoga. Gruppe Zwei ist einheitlich in knallenge Leggins mit hässlichen Mustern gekleidet – Because they can! Diese Leggins sind das Gegenteil von schmeichelhaft, keiner sollte sowas anziehen, aber die können das tragen. Der Kontrast zum geschmacklosen lila-schwarzen Blumenmuster betont die Schönheit der schlanken und beweglichen Muskeln noch einmal extra.

Liebe junge Frauen mit wunderbaren Haaren, was ist das für 1 Welt, in der Geschöpfe wie Ihr sich beim Rückenyoga herumtreiben?, rufe ich denen in größter Verwunderung innerlich zu. Verschwendet Eure Jugend, geht auf Interrail, Weltreisen und Orgien, treibt Euch mit Punkern in besetzten Häusern rum,  sauft Euch einen Bierbauch und kokst Euch ne Psychose an, falls Ihr nicht so punkrockaffin seid, versucht von mir aus eine Schauspielkarriere in LA, oder die nächste Verlobte von Prinz Harry zu werden oder fangt mit LSD an, wenn Euch meine Vorschläge nicht kreativ genug sind. Für Leute wie Euch hält das Leben doch andere Veranstaltungstipps als Rückenyoga parat. Oder nicht?

Nun gut, strenggenommen weiß ich ja nichts über diese jungen Damen und die Welt von heute. Vielleicht gehen sie an sechs Tagen der Woche auf eine Orgie und entspannen sich davon am Dienstagabend nur. Vielleicht gibt es auch gar kein Interrail, besetzte Häuser oder LSD mehr. Und Prinz Harry soll ja jetzt auch vergeben sein.

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8 Kommentare zu “Rückenyoga, II

  1. Also, mein absoluter Liebling als Kind war Mary Poppins. Dann kommt eine sehr große Lücke und dann – selbstverständlich Karlsson (vielleicht kannst du fliegen, also eine höhere Bewusstseinsstufe erreichen, ohne Hund, Katze, Schütze und die ganzen anderen Verrenkungen, die ja möglicherweise noch nicht einmal gut für den Rücken sind).

    Aus den Yogakursen in der süddeutschen Kleinstadt kenne ich den Typ „geschmacklose Leggins“ nicht. Da war die Alternative zu „irgendwas, was nicht zwackt“ der Tchibo-Yoga-Style in teuer.

    Zu sehen waren die Damen samstags im angesagten Stehcafè, mit beiden Händen seelig ihre Tasse „marrokanische Minze“ umklammernd, die Einkäufe vom Markt und aus dem Bioladen („ich brauche keine Tüte“) hübsch im Korb neben sich drapiert.

    Okay, es gab auch ein paar andere, aber ohne schwarz-weiß oder pastell und grell bunt wäre das Leben ja langweilig 😉

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