Bin wieder da!

Nach zehn Tagen Zugfahren in Italien mit Besuch von Florenz, Rom, Neapel und Palermo sowie zwei Wochen Erwanderung des Eifelsteiges, die mich von Aachen an die Porta Nigra führte, konnte ich gestern unversehrt und fröhlich vom gleichfalls fröhlichen befreundeten Onkel (sein Leben ist zwar jetzt wieder nicht mehr ganz so geruhsam, dafür aber wieder lustiger) am Bahnhof Köln West in Empfang genommen werden.

Da ich mich nicht zur Reiseschriftstellerin eigne (ja, die Uffizien sind prächtig und mensch sollte mal im Colosseum gewesen sein; italienische Menschen sind, bis auf die Mitglieder ihrer Fußballnationalmannschaft, reizend und Eifel-Leute sind auch okay – Aber das wusstet Ihr ja alles schon), verweise ich auf die entsprechenden Einträge bei Wikipedia, zum Beispiel „Italien“ oder auch „Eifel“.

Ich habe daher nix zu berichten (aber googelt mal „Tizian“, „Rheinisches Schiefergebirge“, „Dauner Maare“ oder „Niedliche Ziegen“). Das Blöde am Verreisen ist halt, dass man sich selber nicht zu Hause lassen kann, obwohl die Illusion, dies sei möglich, doch ein wesentliches Movens dafür ist, uns überhaupt auf die Wanderschaft zu begeben.

Meiner persönlichen Empirie zufolge ist der Akt des Reisens, insbesondere wenn mensch es alleine unternimmt, ein guter Test dafür, wie sie*er so mit sich zurecht kommt. Denn: Stellt sich schlechte Laune ein, kann es nicht auf die Chefin, die Lebensabschnittsgefährt*innen oder andere externe Personen und Einflüsse geschoben werden (außer, der Vulkan, den man erwandert, bricht gerade aus, dann natürlich schon). Wo man hinfährt, mit wem, was man dann dort macht, sucht man sich ja – im Grundsatz völlig frei – selber aus (natürlich im Rahmen des finanziell  oder gesundheitlich etc. Möglichen). Zeigt mir einen Menschen, der im Urlaub und auf der Reise tatsächlich zufrieden ist – Und ich zeige Euch einen Menschen, der insgesamt mit sich und seinem Leben zufrieden ist.

Ich selber begebe mich auf die Suche nach dem „Besonderen“ oder „Anderen“, um durch den Kontrast zu meinem „normalen Leben“ Kreativität und Weisheit in mir zu erwecken. Immer wieder stelle ich mir vor, hier oder dort hin zu fahren und dann beispielsweise etwas Schlaues -innerlich oder äußerlich- zu erfahren, was ich dann ausprobieren oder aufschreiben könnte. Klappt nie. Ich begebe mich bewusst in die Einsamkeit, sie könnte mich ja inspirieren, und bin dann stets einsam – und traurig. Die Person, die ich in der allgemein ja vielgepriesenen Begegnung mit mir treffe, mag ich leider nicht so besonders. Da hilft dann nur, und das passiert glücklicherweise meistens, die Bekanntschaft mit anderen Leuten, Tieren, Landschaften, Gebäuden etc., die ich netter finde als mich selbst. Außerdem komme ich erstaunlicherweise sehr gut ohne Internet aus und bin nun sehr motiviert und bilde mir ein, dass es mir gelingen wird, nie wieder auf „Spiegel Online“ zu klicken. Und wenn das funktioniert, dann war es jawohl die ganze Aufregung wert.

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