So, „Günther Jauch“ wird abgesetzt und damit der erste Schritt zur Weltrevolution vollzogen…

Triggerwarnung – Text enthält stalinistische Anwandlungen
…manche Menschen (im Grunde alle, außer mir) mögen sich dessen nicht gewahr gewesen sein – Aber: die anitaufklärerische Talkshow „Günther Jauch“ stellte ein zwingend zu überwindendes Hindernis auf dem Weg zu einem besseren und gerechteren Universum dar.
Dieser Klotz ist nun aus dem Weg geräumt und ich kann mich im Fortgang anspruchsvolleren Aufgaben und Gegenständen des Anstoßes zuwenden, wie beispielsweise der PHOENIX-Liveübertragung vom G7-Gipfel. Da fällt mir der eine oder Grund zum Meckern ein (PHOENIX: bitte nie wieder Hans Werner Sinn einladen. Hans Werner Sinn sollte nicht im Fernsehen sein, wenn überhaupt jemals wieder, dann frühestens bei der Liveübertragung seiner öffentlichen Hinrichtung). Näher elaborieren kann ich das aber zunächst nicht, denn da gibt es noch Spiegel Online und seine Hassundvorurteile-Schleuder Jan Fleischauer. Wenn die Talkshow „Günther Jauch“ ein Spiegel-Kolumnist wäre, wäre sie Jan Fleischauer (an einem ihrer schlechteren Tage).
Apropos „Günther Jauch“, ein kleiner Zwischenexkurs: Uns Anti-Jauchs wird ja weiträumig vorgeworfen, wir würden nur über Herrn Jauch schimpfen, um uns originell und besser zu fühlen. Weder seien wir dabei aber originell (Argument: Weil es ja so viele von uns gibt) noch besser (Argument: Habe ich nicht kapiert, natürlich sind wir besser). Allerdings ist es so, dass ich mich überhaupt nicht besser, noch nicht mal gut, fühle. Denn Günther Jauch ist steinreich, erfolgreich und beliebt und ich bin das alles nicht. Der macht also irgendwas richtig und ich nicht. Das lässt sich kaum verdrängen. Ähnlich verhält es sich mit Jan Fleischauer (bösartig und dumm) und mir (klug und nett). (Vielleicht ist doch Größenwahn mein Problem?)
Am Ursprung aller Schwierigkeiten, die zwischen Jan Fleischauer und der Welt und umgekehrt existieren, steht, so meine nicht gerade tiefgründige Analyse, seine Mutter (vielleicht bin ich einfach tatsächlich unoriginell). Jan Fleischauers Mutter war eine sogenannte Linke. Er schreibt darüber in seinem Buch „Unter Linken“. Wir erfahren, dass Mutter Fleischauer ihren Sohn aufgrund ihrer hochgradigen ideologischen Inkonsistenz bei gleichzeitig nur sehr schlecht kaschiertem Egoismus der typischen bürgerlich-saturierten Salonlinken von ihrer politischen Linie nicht überzeugen konnte und er sich deswegen vom Pfad der Tugend abwandte. Ich glaube hingegen, dass es anders war und vermute, dass Jan Fleischauers Mutter Jan Fleischauer einfach nicht mochte (Er ist der Typ dafür, man sieht ihn und denkt: Was `ne fiese Möpp, den kann bestimmt noch nicht mal seine Mutter leiden. Dann liest man seine Texte und der Eindruck verstärkt sich). Um diese schwierigen Gefühle in der Mutter-Sohn Beziehung greif- und handhabbar zu machen, werden sie als politischer Konflikt umgedeutet und ausgelebt (auch nicht so originell, aber legitim).
So weit so banal und unnachrichtenträchtig. Im Falle des Herrn Fleischauer ergab es sich dann aber, dass er irgendwann feststellte, dass sich mit rechtslastigem, undifferenziertem, ressentiment- und minderwertigkeitskomplexgeladenen Herumgepöbele öffentliche Reichweite und finanzielle Vorteile erzeugen lassen. Gerade, wenn man sonst nichts kann, eine gute Sache.
Eine gute Sache – Nur eben nicht für die gute Sache. Die muss damit leben, vom Kolumnisten Fleischauer aufs Bösartigste torpediert zu werden. Gerade  arbeitet er sich mal wieder an der „Gender-Lüge“ ab: „Gender“ und die dazugehörigen Ideen und Theorien sind natürlich alberner Quatsch. (Ich glaube wiederum, dass diese Haltung in seiner Vergangenheit begründet liegt, Jan hat im Studium einfach den Poststrukturalismus nicht verstanden – in „Unter Linken“ finden sich diesbezügliche Hinweise  – und mag darüber hinaus keine Frauen, wegen der Mutter halt).
Diese Behauptung kann er auch am konkreten Beispiel belegen. Pfiffig wie er ist, fiel ihm auf, dass es einerseits die These der sozialen Konstruktion von Geschlecht gibt und die dazugehörigen Aktivist*innen, welche diese Idee auch ins reale Leben umsetzen und die binären Stereotypen und Rollenaufteilungen abschaffen wollen, aber andererseits auch „Transsexuelle“, die an Geschlechterauflösung gar nicht interessiert scheinen, sondern sich sehr eindeutig einem der beiden bisher offiziell anerkannten zugehörig fühlen (leider nicht demjenigen, welches ihnen biologisch zugeteilt wurde, daher der ganze Stress und die viele Aufregung).
Was für ein Widerspruch!, höhnt Fleischauer befriedigt und stellt damit ja sogar eine auf den ersten Blick berechtigte Frage (woraus nebenbei auch folgt, dass die Kolumne, an der ich mich hier gerade abarbeite, leider nicht das beste Beispiel für die von mir behauptete bodenlose Undifferenziertheit ihres Autoren ist, sie liegt ganz eindeutig über seinem Durchschnitt und ich sollte mir besseres Anschauungsmaterial suchen und behandeln, bin ich aber zu faul für): Wenn in Wirklichkeit keine zwei klar voneinander zu trennenden Geschlechter „Mann/Frau“ existierten, wieso gibt es dann Menschen, denen so viel daran liegt und die so viel Mühen und oft auch Qualen auf sich nehmen, einer dieser beiden Identitäten rechtlich und auch körperlich zugehörig zu werden? Wer sich dann ein wenig bemüht, erhält eine Vielzahl interessanter Antworten. Beispielsweise gibt es Menschen, die sich einerseits sehr sicher sind, nicht dem Geschlecht, welches Ihnen aufgrund bestimmter körperlichen Eigenschaften (zum Beispiel dem Hormonstatus) zugewiesen wurde, zu entsprechen. Andererseits empfinden sie sich nicht klar dem jeweils anderen Geschlecht, so wie es von der  Mehrheit (noch) definiert wird, zugehörig. Vielmehr entwickeln sie für sich andere, offenere, weitere Identitäten. So gibt es beispielsweise Mann/Frau transidente Menschen, die zwar ihre rechtliche Identität von „Mann“ zu „Frau“ wechseln aber ihren Penis behalten, da er ihnen auch im Rahmen der weiblichen Identität noch viel Freude verschafft (ich gebe zu, das hat mich zunächst auch verwundert). Oder es gibt Menschen, die sich überhaupt keinem Geschlecht eindeutig zuordnen möchten – Lann Hornscheidt fällt mir als Beispiel ein für eine solche Person ein – weil sie sich dort nicht wiederfinden können und vieles, vieles mehr. Ich zweifle daran, dass Jan Fleischauer an dieserart komplexere Identitäten, Vorstellungen von dem was „männlich“ und was „weiblich“ ist gedacht hat, als er schrieb:  „Transsexuelle kämen nie auf die Idee, die Geschlechterfrage für verhandelbar zu halten. Ihre Welt ist bipolar: Entweder man ist ein Mann oder eine Frau.“ Und ich denke nicht, dass er den „Transsexuellen“ (wer auch immer das sein mag, wenig Menschen nennen sich selber so, glaube ich) auch nur annähernd gerecht wird. Das gelingt den albernen, steuergelderverschwendenden Genderleuten im Großen und Ganzen dann doch besser.
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