Katzengrillen pro und contra

Bild.de hat es mal wieder geschafft, mich zu verärgern: „Ein Asiate hat die Katze eines Nachbarn gegrillt.„, war dort gestern zu lesen. Kann ja sein, dass ich mich ein bisschen zu ausführlich mit wertschätzender und inklusiver Sprache beschäftigt habe, aber ich bin doch fassungslos. Wer soll das denn sein: „ein Asiate“? Auch, wenn es sich bei den Übeltätern um die Bild-Zeitung handelt: Dass so eine Formulierung es überhaupt von des Autoren Kopf in einen Text, geschweige denn über Lektorat (ok, hat Bild vielleicht nicht) bzw. Redaktion bis zur Veröffentlichung schafft, hat mich überrascht.

Das mit dem Katzengrillen finde ich hingegen nicht so aufregungswürdig. Vielleicht hat meine Mama da was in der Erziehung falsch gemacht und ich sehe das zu kaltherzig, aber ich finde, mit dem Risiko, eingefangen und gegessen zu werden, müssen freilaufende Katzen leben. Das ist ihnen zuzumuten. So eine Grillkatze hat doch bis zum Zeitpunkt des Verzehrtwerdens ein tausendmal besseres Dasein gehabt, als beispielsweise die große Mehrzahl der Hühner, Kühe oder Schweine, in unserem Land, welche in ihrem Leben nie das Tageslicht gesehen haben und die diese häufig trostlose, tierunwürdige Existenz allein deswegen fristen, damit wir sie irgendwann essen können.

Natürlich tun mir die betroffenen Tiere und auch ihre Menschen leid. Aber das überzogene Bohei – Andernach in Panik – erinnert mich mal wieder daran, wie krank ich diese Aufspaltung in Haus- und Nutztiere und die daraus folgende unterschiedliche Behandlung finde. Der neurotische Dackel und die verfettete Katze (Deutsche Leute geben pro Jahr über eine Milliarde Euro für Katzenfutter aus, ich frage mal lieber nicht, wie viel Geld für Flüchtlingsheime aufgewendet wird), die vermenschlicht werden, als Beziehungsersatz dienen und mehr Liebe als der Ehepartner bekommen und auf der anderen Seite die gequälten zukünftigen Schnitzel. Ihr spinnt doch alle, Leute!

Der „mutmaßliche Katzenkoch“ hat Informationen des Express zufolge übrigens Integrationswillen gezeigt: „Gegenüber Polizisten zeigte er sich einsichtig und versprach seine Lebensgewohnheiten anzupassen.“

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