Katzencafé

Grundsätzlich finde ich mich unkonventionell. Eigenwillig aber umgänglich, so dass sich die Spießer dieser Welt ruhig mal eine Scheibe von mir abschneiden sollten (damit rechtfertige ich übrigens auch meine Nicht-Frisur vor mir selber).  Wenn ich mich da mal nicht irre. In einem Punkt wenigstens bin ich mega-mainstream: Katzen. Nix finde ich besser als Katzen. Ich muss eine Katze nur sehen, schon bessert sich meine Laune. Oft gucke ich mir im Internet Videos von ihnen an und oft reichen auch Fotos. Laut Erzählung meiner Mutter bekamen wir, als ich zwei war, eine schwarze Katze, ich legte mich zu ihr auf den Teppich, wir schnurrten zusammen (wobei das die Geschichte unglaubwürdig macht, zumindest bin ich inzwischen des Schnurrens nicht mehr mächtig) und wurden Freunde. Seit dem sind fast vierzig Jahre vergangen (nicht weitersagen) und ich habe viele verschiedene Katzen kennengelernt. Ich finde, dass keine Katze gleich ist. Natürlich gibt es, wie bei Menschen, bestimmte Typen, aber keine Katze ist, wie bei den Menschen, ganz gleich. Bei Hunden, die ich auch nett finde, aber nicht so interessant, ist das anders. Es gibt Katzen, die benehmen sich wie Hunde (aber keine Hunde, die sich wie Katzen benehmen, das ist der Unterschied). Kater Neo, die Katze meiner letzten Mitbewohnerin, war so einer. Er apportierte gerne Sachen, war nicht der Raffinierteste, treudoof, von melancholischem Gemüt und wuchs mir schnell ans Herz. Neo jaulte viel und wenn man ihn auf den Arm nahm, streckte er die Vorderbeine vor und die Hinterbeine nach hinten und drückte sich mit dem Bauch an einen, um mit möglichst viel Körperoberfläche Körperkontakt zu haben. Dieses liebesbedürftige Viech. Irgendwann gab meine Mitbewohnerin ihn an eine befreundete Familie mit großem Garten ab. Das war besser für ihn und nur kurz traurig. Als wir ihn zu zweit ihn die Katzentransportbox stopften, wehrte er sich so sehr, dass ich dachte ich würde ihm gleich Knochen brechen und er jaulte so laut wie nie. Nach ein paar Wochen fragte ich die Mitbewohnerin: „Wie geht es Neo, wie kommt er in der neuen Familie zurecht?“, „Gut.“, antwortete sie: „Er benimmt sich nur immer noch nicht wie eine Katze.“ Ach ja. Das mit dem Katzencafé erzähle ich dann morgen.

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5 Kommentare zu “Katzencafé

  1. Katzenliebe muss angeboren sein. Zwar konnte ich als Kind in der Stadt keine haben und habe heute aus praktischen Gründen keine (ausgenommen der besuchswilligen Nachbarkatze), aber im Urlaub bei meiner Tante mit zwei Kindern und vier Katzen hatte ich ständig eine der letzterwähnten in Körpernähe. Manchmal lagen auch alle vier bei mir im oder auf dem Bett. Daher prägte meine Tante bei meinem jährlichen Eintreffen den Spruch: „Jetzt werden die Katzen wieder vier Wochen lang herumgetragen!“ Insofern war das Drama bei der Abreise groß. Nicht bei den Katzen, aber bei mir. 😉

  2. Das mag zwar ein Vorurteil sein, aber ich habe das auch festgestellt. Und häufig hat sich das schlechte Bauchgefühl gegenüber Menschen, die Katzen nicht mögen, irgendwann bestätigt. Trotzdem des Bewusstseins, eventuell der selektiven Wahrnehmung auf den Leim gegangen zu sein…

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