Im Park

Heute waren wir erst frühstücken im Café und dann im Park. Ich war ganz gut gelaunt, Mrs. Columbo nicht so. Sie wäre gerne mit dem Fahrrad zum Flohmarkt am Rheinufer gefahren. Aber ich fühlte mich krank, hatte Atemnot und wollte nicht. Also radelten wir in den Park und setzten uns auf ein Mäuerchen. Ich versuchte, einen Baum zu zeichnen. Mrs. Columbo beschäftigte sich mit ihrem Handy und meinte, sie könne sich die ganze Zeit nicht entspannen. Das liege daran, dass mein Fahrrad nicht abgeschlossen sei und sobald das geklaut wäre, würde ich mir ihres aneignen. Das wolle sie nicht. Was sie davon halten würde, wenn wir ein bisschen schön grillen würden, versuchte ich sie auf positivere Gedanken zu bringen. Aber auch das wollte sie nicht und meinte, zum Grillen sei ich leider zu krank. Also gingen wir nach Hause. Ich machte mir einen Salat, legte mich ins Bett, erfand einige schlechte Hitler-Witze für Muriel und spielte ein paar Runden Skat-Online.

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Christian Lindner channeln

Es folgt eine kurze Anekdote aus dem nachbarlichen Miteinander:

Im Souterrain unseres Hauses wohnt ein Mann. Er ist ein lieber Kerl, etwas verstört, störrisch und verrückt, aber er hat sicher Gründe dafür. Manchmal gibt es kleinere Zwischenfälle. Neulich musste zum Beispiel mal wegen besorgniserregender Rauchentwicklung in seiner Wohnung die Feuerwehr anrücken und Mrs. Columbo in selbige Wohnung eindringen, weil der Nachbar trotz besagter besorgniserregender Rauchentwicklung nicht aus ihr herauskommen wollte. Und auch wenn Mrs. Columbo danach ziemlich verbrannt roch, lassen sich solche Vorkommnisse immer unproblematisch regeln.

Jetzt hat der Nachbar eine neue Leidenschaft entwickelt: Sehr lautes Musik hören. Ich kann das Genre nicht näher bestimmen, aber anfangs dachte ich immer, eine libanesische Großfamilie veranstalte im nahegelegenen Park ein Grillfest. (Ja, das sagt jetzt weniger über die Musik als über meine rassistischen Affekte aus, ich merks selber.)

Hui, das wird die Nachbarin aufregen, sind Mrs. Columbo und ich uns einig. Neben dem Nachbarn wohnt eine Nachbarin, die sich immer sehr über ihn aufregt. Ich mache mir kurz Sorgen um den Hausfrieden, gehe aber unausgesprochen davon aus, dass Mrs. Columbo den Nachbarn bei passender Gelegenheit mal beiseite nehmen und ihn auf ihre warmherzige, onkelhafte Art darauf ansprechen wird, ob die Musik vielleicht auch etwas leiser genossen werden könnte. Heute war es dann soweit:

„Ich habe den Nachbarn im Hausflur getroffen“, berichtet Mrs. Columbo und legt einen verschmitzten Gesichtsausdruck auf. Sie weiß es, ich weiß es. Jetzt kommt bestimmt eine ganz gute Geschichte: „Und?“ frage ich neugierig: „Ja, ich habe ihn mal auf die Musik angesprochen – Du hörst ja viel Musik in letzter, Nachbar, habe ich gesagt –  Ja, Ja, hat der Nachbar erwidert, gefällt sie Dir, die Musik? – Manches davon ja, manches davon weniger, habe ich geantwortet.“

Sie habe dem Nachbarn dann gesagt, dass die Musik schon ziemlich laut sei, fährt Mrs. Columbo in ihrem Bericht fort. „Zu laut?“, habe der Nachbar gefragt, was sie dann bejaht habe. „Dann musst Du Dein Fenster zumachen“, habe der Nachbar daraufhin zur Problemlösung angeregt. „Nein, Nachbar, da musst schon eher Du Dein Fenster zumachen“, habe Mrs. Columbo geantwortet (sie ist von kölscher Gelassenheit aber grenzenlos antiautoritär nun auch wieder nicht). Dass er sein Fenster schließe, sei leider nicht möglich habe der Nachbar erklärt. Denn manchmal kämen Leute auf der Straße vorbei und sie würden sich über die Musik freuen und spontan dazu tanzen.

Mrs. Columbo und ich finden das beide lustig und ein valides Anliegen dazu. Fremde Leute, die auf der Straße tanzen wollen, „wie in einem Bollywoodfilm“, sagt Mrs. Columbo, sollten daran nicht gehindert werden. Soweit so gut, aber es gibt ja noch die Nachbarin, die sich garantiert aufregt.

„Ja, das kann ich verstehen,“, sage ich zu Mrs. Columbo, „aber die Nachbarin, der Hausfrieden! Ich finde, da muss der Nachbar Rücksicht nehmen. Wenn er eine Tanzveranstaltung möchte, muss er halt offiziell eine organisieren. Bei sowas finde ich die deutsche strenge Ordnung schon ganz gut.“ „Ja, aber stört Dich die Musik?“ fragt Mrs. Columbo. „Nö, eigentlich nicht sehr.“, muss ich einräumen und mir eingestehen, dass ich nicht die Musik selbst, sondern mehr das Prinzip des sie um die Rechte der anderen unbesorgte so laute Hören problematisch fand (bin schon eine würdige Volksgenossin der Herren Kant und Eichmann). „Und wir haben doch als wir noch jung waren, auch immer super laut Musik gehört“, ergänzt Mrs. Columbo noch. „Und wir müssen doch nicht die Sorgen der Nachbarin vorwegnehmen.“

Ich finde, da hat sie uneingeschränkt recht. Und, auch wenn Leute mit aufenthaltsrechtlichen Problemen und Lärmbelästiger*innen nicht ganz vergleichbar sind, hat sie mich doch irgendwie davon abgehalten, zum Christian Lindner von Köln-Ehrenfeld zu werden.

 

 

 

 

 

 

Das Grillen geht weiter!

Leute, ich gehe schon wieder grillen.

„Oh man, das interessiert uns doch gar nicht“, denken viele meiner nationalen und internationalen Lesenden jetzt, „wer sagt es Onkel Maike bloß und hat er keine anderen Sorgen als diesen Grillquatsch?“

Aber da müssen wir jetzt durch. Ja, ich habe andere Sorgen. Aber ich denke, dass das Format der Grillerzählung sich hervorragend dazu eignet, Glanz und Elend der Conditio Humana textlich hochwertig zu exemplarifizieren. So war ich denn am Samstag schon wieder grillen und Mrs. Columbo war dabei: Spektakulär und ohne Zweifel Stoff für mehrere Romane. Ein Teil von mir sieht sich bereits als den Karl-Ove Knausgard der Grill-Literatur. Ein anderer Teil aber fühlt sich, wenn er in Gedanken schon mal skizziert, wie Mrs. Columbo sich lieber ihre Tankstellen-Bifi als meine Feta-Fenchel-Tomaten-Thymian-Kompositionen zu Gemüte führt, unweigerlich an das Schicksal von Maxim Billers Roman „Esra“ erinnert. Die Älteren unter uns wissen es noch: Das Buch ist nicht mehr erhältlich. Des Autoren Ex-Freundin und ihre Mutter klagten mit der Begründung  zu großer Ähnlichkeit mit der Realität erfolgreich auf Unterlassung weiterer Veröffentlichung.

Tldr;

Bin doch nicht grillen gegangen. Dachte auf einmal, oh je, das ganze Zeug in den Park schleppen, wo ich es doch auch hier zu Hause einfach in den Backofen werfen kann. Mrs. Columbo ist inzwischen nach Hause gekommen, sagt es rieche lecker und das mit der Tankstellen-Bifi stimme so nicht.

grillen

 

grillen gehen

Nach jahrelangem Grübeln und Hadern machte ich mich gestern auf den Weg zur meiner ersten einsamen Expedition „Grillen im Park“. Beim Kaufland hatte ich für 9,50 ein Grillset (Grill, eine Portion Kohle, fragwürdiger Grillanzünder, Flaschenöffner) erworben.

Es war kein leichter Gang; Mein Kenntnisse über das Grillen gering, das Potential von Scheitern und Blamage hoch. In meinen ersten drei Lebensjahrzehnten war ich ein Mensch, der sich für wenig bis nichts genierte. Gerade, was Leute, die ich nicht kenne, von mir halten, war mir immer reichlich gleichgültig. Je älter ich werde, desto mehr ändert sich das. Und so empfand ich gestern aufrichtige Beunruhigung bei dem Gedanken daran, andere Parkbesuchende könnten mich dabei beobachten, wie ich wahlweise beim Grillzusammenbauen/Grillanzünden/Grillgemüse lecker grillen/den Park beim Grillen nicht in Brand setzen versagen würde. Außerdem hatte ich natürlich Sorge, in meiner durch jahrelange Phantasien genährten Vorfreude enttäuscht zu werden:

„Es ist total schlechtes Wetter“, gab mir die stets pessimistische Mrs. Columbo mit auf den Weg. „Schlechtes Wetter ist ideales Grillwetter“, klärte ich sie auf. Wenn es zu warm ist, bekomme ich eh nur Sonnenbrand und außerdem ist der Park dann schön leer. Ich packte das Grillset, mein rares Grillgut (das meiste Gemüse, das ich eigentlich zum Grillen gekauft hatte, hatte ich leider schon gegessen, zusätzliche Aluschalen, Decke, Bücher, Papier und Stifte und brach in den nahegelegenen Grüngürtel auf. Ich fand ein schönes Plätzchen am Parkrand. Sehr weit entfernt von den, dank des schlechten Wetters, wenigen anwesenden Menschen, breitete ich meine Decke aus, baute in Windeseile das Grillset zusammen und fühlte mich gut. Was sich allerdings bald ändern sollte.

Es gelang mir nämlich nicht, die Grillkohle zum Glühen zu bringen. Mein, allerdings nur aus der Lektüre reißerischer Spiegelonline-Artikel über Männer, die sich bei Grillanzünd-Versuchen unter Zuhilfenahme von Brennspiritus in die Luft gesprengt haben, gespeistes, hoch lückenhaftes Grillwissen besagt allerdings auch, dass das nicht so einfach ist. Der dem Grillset beigefügte „Natürliche Grillanzünder“ taugte natürlich nichts. Vorsorglich hatte ich mir als Anzündhilfe große Mengen Papier eingesteckt. Aber auch seitenweises Abfackeln dessen lies die Kohle unbeeindruckt. An dieser Stelle manifestierte sich zum ersten Mal die Problematik des Alleine-Grillens in ihrer ganzen Tragweite und Härte. Ich konnte mich nicht einfach, den Grill unbeaufsichtigt lassend, ins nächste Gebüsch aufmachen, Stöckchen suchen. Unter einem nahen, in Grillsichtweite gelegenen Baum fand ich dann einige Ästlein. Aber auch diese, verfeuert zusammen mit weiterem von meinem mitgebrachten Papier und erheblichen Teilen der Grillverpackung, erzeugten nur Rauch- und Ascheschwaden, ließen aber den Zustand der Kohle unberührt. Ganz im Gegensatz zur mir, die sich zunehmend dämlich und enttäuscht fühlte.

Verstärkt wurde mein Kummer durch das Eintreffen einer Gruppe durchtrainierter Ehrenfelder Hipster, die sich unter dem bereits erwähnten Baum zur Ausführung eines Art modernen Zirkeltrainings zusammengefunden hatten und in die bis dahin tröstliche Anonymität meines Elends einbrachen. Oh je, diese glücklichen, sportlichen Hipster fragen sich doch sicher, wer diese dicke einsame Frau ist, die da kiloweise Bürobedarf auf einem Grill verbrennt, denke ich traurig beschämt vor mich hin. Ich beschließe, mein Projekt, das inzwischen Ungmengen an CO2-Emissionen, aber keine glühende Kohle (bis auf dieses eine Stück, dass es irgendwie geschafft hat, vom Grill auf meine Decke zu fliegen und dort ein kartoffelgroßes Loch hineinzubrennen) erzeugt hat, aufzugeben.

Allerdings qualmen die von mir zusammengesammelten Materialien noch munter vor sich hin und ans Nachhausegehen ist nicht zu denken. Also nehme ich eine Aluschale, lege sie direkt auf die Kohle, ein paar Minipaprikas darauf, schütte Olivenöl drüber und lasse das Ganze schmoren.  Ich nehme mein Buch, lese etwas und merke, dass es trotz der ganzen Aufregung ganz entspannend ist, im schönen, grünen Park zu sein. Die Paprika schmecken sehr nach Rauch, sind aber immerhin gar geworden. Formal habe ich damit erfolgreich gegrillt. Ich empfinde Zufriedenheit, nehme neue Paprika, schneide Zwiebeln mit Knoblauch dazu und lasse alles gar werden. Einzelne Kohlestückchen scheinen sich nun doch zum Glühen entschlossen zu haben. Das Ergebnis schmeckt nicht schlecht, muss allerdings mit Fingern aus der Aluschale genossen werden. Zwar habe ich an zwei Bücher und Salz, nicht aber an Geschirr und Besteck gedacht.

So neigt sich mein Grillabenteuer langsam seinem Ende zu. Leider hatte ich mich im Rahmen der Vorbereitungen nicht ausreichend informiert, wie lange so ein Grill (nicht so lang) und Kohle (länger) eigentlich zum Abkühlen brauchen und darf deswegen noch etwas länger im schönen Park verweilen. Währenddessen frage ich mich, woran es liegt, dass betrunkene Grillende immer nur sich selber und nicht häufiger Grünanlagen in Brand setzen.

grillen wollen

Jahrzehntelang verspürte ich kein Interesse am Grillen. Grillen kam mir sehr deutsch und kaum lebensgenusserhöhend vor. Dann, vor einigen Jahren, änderte sich das. Auf einmal dachte ich, es wäre doch sehr nett, im Park zu sitzen und in Olivenöl, Thymian und Knoblauch mariniertes Gemüse auf einen Grill zu legen und zu brutzeln. Und je länger ich mir das vorstellte, desto mehr wurde das Grillen zu einer Metapher für universelle Freizügigkeit und Freude. Ich begann Verhandlungen mit dem Lebensabschnittsgefährten. Der bekundete, nicht gerne auf dem Boden zu sitzen und wenn er grillte, dann nur unter Verwendung von Campingstühlen. Für mich stand das diametral im Gegensatz zum Sinn des Ganzen. Beim Grillen soll es ja gerade NICHT zugehen wie bei der Nahrungszubereitung und -Aufnahme, wie man sie zu Hause betreibt. Sich in der Nähe von Erde und Gras aufzuhalten, gehört dazu. Jahre verstrichen, geprägt von verbittertem Schweigen, nur durchmischt von einzelnen verächtlichen Vorwürfen. Länger, als vermutlich viele andere Menschen (geschätzt drei Jahre), brauchte ich, um zu akzeptieren, dass manche Leute eben nicht gerne auf dem Boden sitzen. Sie sind deswegen nicht zwangsläufig der Antichrist.

Gestärkt durch diesen Toleranzzuwachs und die damit einhergehende höhere Flexibilität, trat ich in neue Verhandlungen ein, die sich wiederum als vertrackt erwiesen (stellen wir uns das ungefähr vor wie eine Mischung aus einem Loriotsketch, einem Katz/Goldt-Dialog und Szenen einer Ehe) und letztlich scheiterten. Vermutlich hätte nicht mal Jimmy Carter das retten können.

Das erneute Fehlgehen der Annäherungsversuche antizipierend, hatte ich parallel mit Planungen, einfach alleine grillen zu gehen, begonnen. Einerseits kompliziert, andererseits bringt das „Dinge alleine machen“ immer eine weitere Dimension von Freiheit mit sich und passte mithin gut in meine Grillphantasien.

Im Laufe der Zeit gewann die innere Auseinandersetzung mit dem Projekt eine gewisse Eigendymanik, vergleichbar mit meiner Pfannkuchentortenbesessenheit, nur extremer. „Auf das Grillvergnügen zu verzichten, bedeutet einen vorsätzlich selbstzugefügten Verlust an Lebensqualität, Maike, tu Dir das nicht an, wage den Schritt!“, feuerte ich mich an. Gleichzeitig fragte ich mich unablässig, ob Aufwand und Ertrag wirklich in einem gesunden Verhältnis stünden. Ich saß bei gutem Wetter missmutig zu Hause herum, zu träge mir einen Grill kaufen zu gehen und hasste mich. Zeitweise vergaß ich darüber ganz, dass ich ja auch einfach ohne einen Grill in den Park gehen und mich dort anderweitig beschäftigen könnte.

tldr; Eigentlich wollte ich beschreiben, wie ich gestern alleine grillen im Park war. Aber die Einleitung  wurde länger als erwartet und jetzt habe ich schlechte Laune. Unter anderem, weil ich mir die ganze Zeit unsicher bin, wann genau ich das Wort „Grillen“ groß und wann klein schreiben muss.

Ihr Opfer!

Leute, hört mal zu, ich habe über ein Wort nachgedacht: „Opfer“. Der Text passt vielleicht auch in ein paar Tweets, aber egal. Mich hat das Wort, so wie es in der politischen Alltagsdiskussion gebraucht wird, immer gestört. Menschen, die von Sexismus oder Rassismus oder beidem betroffen sind, wird ja häufig vorgeworfen sie würden sich unnötigerweise in eine „Opferrolle“ begeben. „Die Frauen machen sich immer zum Opfer. Ich kenne/bin eine selbstbewusste Fraue/n, die haben/ich habe das doch gar nicht nötig.“

Nach meinem Verständnis bezeichnet  der Begriff „Opfer“ im ursprünglichen, primären Sinn, Personen/Tiere/Wertgegenstände, die zur Erreichung irgendeines Zieles vernichtet/hergegeben oder sonstwie veräußert werden. Zentral ist dabei, dass das Opfer zum Objekt der Erfüllung eines außerhalb seiner selbst liegenden Zweckes gemacht wird. Das gilt im Grundsatz auch, wenn ich den Begriff im erweiterten, übertragenen Sinne gebrauche. Ein Opfer ist machtlos und handlungsunfähig: Das „Mordopfer“ beispielsweise.

Wenn jetzt beispielsweise Frauen* im Rahmen der MeToo-Debatte von Beleidigungen, Übergriffen, Gewalttaten berichten, dann ist das doch das Gegenteil. Sie* benennen sexistische Handlungen und Strukturen. Das bedeutet, dass sie handeln, sich zur Wehr setzen und die Veränderung der Verhältnisse betreiben. Ihnen dann vorzuwerfen, sie machten sich zum Opfer, scheint mir ein Versuch, ihnen ihre Handlungsfähigkeit, die Legitimität, die Wirksamkeit dessen abzusprechen.

Ich versuche daher, das Wort „Opfer“ gar nicht zu benutzen. Ich benötige es auch selten. Außer für den Fall, ich will Nazis, der AfD und so weiter vorwerfen, sie betrieben „Täter-Opfer-Umkehr“. Für diese argumentative Strategie ist mir noch kein passender Ersatzbegriff eingefallen. Ansonsten kann man doch gut davon sprechen, dass Menschen von Rassismus, Sexismus, Diskriminierung etc. „betroffen“ sind. Dann mache ich sie (oder mich) nicht klein, arm, handlungsunfähig oder hilfebedürftig. Ein Opfer brauche ich dann nicht. Oder, was meint Ihr?

eule

Eulen: selten von Rassismus, eher von Umweltzerstörung betroffen